Partnerschaft mit Estland

Seit vielen Jahren gibt es  den kirchenmusikalischen Austausch zwischen dem Evangelischen Chorverband Niedersachsen-Bremen (ECNB) und dem Kirchenmusikverband der Estnischen Evangelisch-lutherischen Kirche. Die ersten Kontakte wurden in den 90er Jahren geknüpft, als estnische Chorleiter Sing-wochen des Niedersächsischen Kirchenchorverbandes (jetzt ECNB) unter der Leitung von Landeskantor Jan-Jürgen Wasmuth besuchten. Seitdem wurde die Partnerschaft durch gegenseitige Teilnahme an Chorfreizeiten und Seminaren gepflegt, durch Dirigenten- und Komponistenbesuche u.a.m. So waren beispielsweise bei dem alle 5 Jahre stattfindenden Sängerfest in Tartu regelmäßig Sängerinnen und Sänger aus Deutschland zu Gast.

Ein langgehegter Wunsch der Esten war, das Deutsche Requiem von Johannes Brahms in der Fassung  für zwei Klaviere und Pauker einmal in Estland zur Aufführung bringen zu können. Das kam im Juli 2015 zustande, als der Estnischen Chorleiter-Organisten-Chor (KOSK)  gemeinsam mit einem deutschen Projektchor, der aus ca. 60 Sängerinnen und Sängern bestand, die Eröffnungsveranstaltung des Geistlichen Sängerfestes in Tartu mit der Auffüh-rung dieses Werkes gestalten konnte. Den instrumentalen Part versahen estnische Musiker, Gesangssolisten waren Anne Bretschneider (Berlin) und Michael Jäckel (Hannover). Die Leitung lag in den Händen von Kirchenmusikdirektor Lothar Mohn (Hannover).

Nach dem gelungenen Konzert kam der Vorschlag von den Esten im Folgejahr nach Deutschland zu kommen und hier mit den deutschen Sängerinnen und Sängern das Werk noch einmal aufzuführen. Kirchenmusikdirektor Lothar Mohn, der das Konzert in Tartu leitete, traf gemeinsam mit seinem Kollegen, Kirchenmusikdirektor Bernd Geiersbach, der 2015 in Estland mitwirkte, die Vorbereitungen dafür. So wurde die Idee einer Fortführung des Projektes im August 2016 Wirklichkeit. Ein erstes Konzert in der Michaeliskirche in Hildesheim, das eingebunden war in den Niedersächsischen Kirchenmusikerkongress, bildete den Auftakt der Konzertreise. Danach folgten Aufführungen in Meiningen, Wolfhagen und zum Abschluss in der Neustädter Hof- und Stadtkirche Hannovers. 

Auf Grund der guten Zusammenarbeit und dem gelungenen Verlauf dieser Chorbegegnung mit dem Estnischen Chorleiter-Organisten-Chor (KOSK) wird nun an eine Fortsetzung der gemeinsamen Arbeit in ca. zwei Jahren bei einer Chorwoche in Finnland gedacht.